Bundesverfassungsgericht: Mündliche Verhandlung in Sachen „Rauchverbot“ am 11. Juni 2008

10 Mai 2008

Quelle: BVG/Pressemitteilung, 08. Mai 2008

Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts verhandelt am Mittwoch, 11. Juni 2008, 10:00 Uhr in Karlsruhe die Verfassungsbeschwerden von zwei Gastwirten sowie einer Diskothekenbetreiberin, die sich gegen Bestimmungen der Nichtraucherschutzgesetze von Baden-Württemberg und Berlin wenden.

Zum Schutz der Bevölkerung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, vor den Gefahren des Passivrauchens verbietet das Landesnichtraucherschutzgesetz von Baden-Württemberg seit dem 1. August 2007 das Rauchen in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, darunter auch in Gaststätten und Diskotheken. Dem Betreiber einer Gaststätte ist allerdings die Möglichkeit eingeräumt, abgetrennte Nebenräume einzurichten, in denen das Rauchen erlaubt ist. Für Diskotheken gibt es diese Ausnahmeregelung nicht; insoweit gilt das Rauchverbot ausnahmslos. Die Betreiber der Gaststätte bzw. der Diskothek sind für die Einhaltung des Rauchverbots in den von ihnen geführten Einrichtungen verantwortlich. Das am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Berliner Nichtraucherschutzgesetz enthält ähnliche Regelungen. Es verbietet das Tabakrauchen in Gaststätten einschließlich Clubs und Diskotheken. Eine Ausnahmeregelung besteht für abgetrennte Nebenräume von Gaststätten sowie für abgetrennte Nebenräume von Diskotheken, zu denen nur Erwachsene Zutritt haben.

Der Beschwerdeführer im Verfahren 1 BvR 3262/07 betreibt in Tübingen, die Beschwerdeführerin im Verfahren 1 BvR 402/08 in Berlin eine kleine Einraumgaststätte. Beide Gaststätten werden überwiegend von Stammgästen besucht. Der Anteil der Raucher unter den Gästen liegt nach dem Vorbringen der Beschwerdeführer etwa bei 70 %. Die Beschwerdeführer wenden sich dagegen, dass das Nichtraucherschutzgesetz von Baden-Württemberg bzw. von Berlin für Einraumgaststätten keine Ausnahmeregelung vom Rauchverbot vorsieht. Sie sehen darin eine Verletzung insbesondere ihrer Grundrechte aus Art. 12 Abs. 1 (Berufsfreiheit) und Art. 14 Abs. 1 GG (Eigentumsgrundrecht). Die bestehenden Ausnahmeregelungen für Mehrraumgaststätten wirkten wettbewerbsverzerrend zugunsten der großen Betriebe und gefährdeten die wirtschaftliche Existenz von Einraumgaststätten. Da bei diesen eine Abtrennung von Raucherräumen aus tatsächlichen Gründen nicht möglich sei, führe das Rauchverbot im Ergebnis dazu, dass Einraumgaststätten aufgrund des mit dem Rauchverbot einhergehenden Umsatzrückgangs unrentabel würden und geschlossen werden müssten. Ein faktisch absolutes Rauchverbot, das vorhersehbarer Weise dazu führe, dass ein bestimmter zahlenmäßig häufiger Gaststättentypus nicht mehr existenzfähig sei, sei nicht mehr verhältnismäßig. Als weniger stark einschränkendes Mittel, das den widerstreitenden Interessen der Raucher, der Nichtraucher sowie der Gastronomen gerecht werde, komme anstelle eines Rauchverbots eine Kennzeichnungspflicht von Gaststätten, in denen geraucht werden dürfe, in Betracht. Nichtraucher könnten dann vor Betreten der Gaststätte entscheiden, ob sie sich dem Tabakrauch aussetzen wollten oder nicht.

Die Beschwerdeführerin im Verfahren 1 BvR 906/08 wendet sich gegen das Landesnichtraucherschutzgesetz Baden-Württemberg, welches ihr als Diskothekenbetreiberin untersagt, das Rauchen in ihrem Betrieb zu gestatten und darüber hinaus – anders als für Gaststätten – die Einrichtung von Raucherräumen ausschließt. Nach der räumlichen Situation in der Großraumdiskothek der Beschwerdeführerin können ohne weiteres ein oder mehrere Räume als Raucherbereich abgetrennt werden. Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, dass das absolute Rauchverbot in Diskotheken eine unverhältnismäßige Berufsausübungsregelung darstelle.

Es lasse sich durch freiwillige Rauchverbote und den Einsatz moderner Entlüftungssysteme ein ausreichender Gesundheitsschutz in der Diskothek erzielen. Als weniger einschneidendes Mittel komme auch die Einrichtung von Raucherräumen in der Diskothek in Betracht. Das absolute Rauchverbot verletze darüber hinaus den Grundsatz des Übermaßverbots. Jedenfalls in Diskotheken, die nur Erwachsene einließen, sei die Schaffung separater Raucherräume vorzuziehen. Die Regelung verletze außerdem den Gleichheitssatz. Diskothekenbetreiber würden im Vergleich zu Gaststättenbetreibern schlechter behandelt, weil für Gaststätten die Möglichkeit bestehe, einen Raucherraum einzurichten. Betreiber von Festzelten, in denen häufig Tanzveranstaltungen abgehalten würden, würden gänzlich vom Rauchverbot ausgenommen, während für Diskothekenbetreiber besonders strenge Vorgaben gelten. Sachliche Gründe für diese Ungleichbehandlungen seien nicht ersichtlich.


Studie von tophotelprojects.com®: 40% aller neuen Top-Hotelprojekte mit 150 bis 300 Zimmern

8 Mai 2008

Quelle: tophotelprojects.com, 07. Mai 2008

Über 2.000 Hotelprojekte entstehen weltweit bis 2014 – Luxushotels überwiegen – 60% der größten Projekte in den USA geplant

Die meisten Hotelprojekte sind (nur) mittelgroß: 92 Prozent der weltweit geplanten First-Class- und Luxushotels werden maximal 500 Zimmer haben. Der Großteil (42%) umfasst 150 bis 300 Zimmer. Nur zwei Prozent der Top-Hotelprojekte sind mit über 1.000 Zimmern und Suiten geplant. Dies geht aus einer Untersuchung von tophotelprojects.com® über den globalen Hotelmarkt hervor. Aktuell umfasst die Onlinedatenbank mehr als 2.000 Hotelprojekte und damit den Großteil des Gesamtmarkts. Übrigens: Das derzeit größte Hotelprojekt ist mit 6.500 Zimmern das „Asia Asia Hotel“ in Dubai, das im Frühjahr 2010 eröffnet werden soll.

„55 Prozent aller Projekte werden Luxushotels”, sagt Rolf W. Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter von CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH und Gründer von tophotelprojects.com®. Allein in Europa entstehen derzeit 32 Prozent aller Top-Hotelprojekte. Der Fokus liegt hierbei auf First-Class-Hotels (64% der europäischen Projekte). In Asien (26% aller Hotelprojekte) verhält es sich genau andersherum – hier ist der Bedarf an Luxushotels noch hoch: 70 Prozent der regionalen Projekte sind als Fünf-Sterne-Häuser geplant. „In Europa wird bei Luxushotel-Projekten eine gewisse Marktsättigung erreicht“, so Schmidt. „Dagegen sind die Renditen bei First-Class-Hotels z.B. für Geschäftsreisende oder Konferenzen viel versprechender.“

Die zehn größten Projekte haben jeweils mehr als 2.800 Zimmer und werden mit Abstand zu den größten Hotels der Welt. Interessant: 60 Prozent der Top10 sind in den USA im Bau.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Generell: Über 2.000 Top-Hotelprojekte bis 2014;
55% Luxus (fünf Sterne) / 45% First Class (vier Sterne)

Anzahl Zimmer:

  • 1 - 149 Zimmer (30%)
  • 150 - 299 Zimmer (42%)
  • 300 - 499 Zimmer (20%)
  • 500 - 799 Zimmer (5%)
  • 800 - 999 Zimmer (1%)
  • über 1.000 Zimmer (2%)

Nach Region:

  • Europa (32% aller Hotelprojekte): 35% Luxus / 64% First Class
  • Asien (26%): 68% Luxus / 32% First Class
  • Nordamerika (22%): 50% Luxus / 50% First Class
  • Mittlerer Osten (13%): 79% Luxus / 21% First Class

Größte Hotelprojekte:

  • über 1.000 Zimmer – 43 Hotelprojekte
  • über 2.000 Zimmer – 15 Hotelprojekte
  • über 3.000 Zimmer – 8 Hotelprojekte

Top10 nach Region:

  • 60% – Nordamerika
  • 20% – Mittlerer Osten
  • 10% – Asien
  • 10% – Europa

Über tophotelprojects.com®: Die Online-Datenbank bietet über 2.000 Top-Hotelprojekte (nur First Class- und Luxushotels) mit kompletten Projektendaten und Ansprechpartnern. Monatlich kommen durchschnittlich 150 neue Hotelprojekte hinzu und mehrere hundert Projekte werden aktualisiert. Abonnenten von tophotelprojects.com® sind führende Ausstatter und Zulieferer der Top-Hotellerie.


Ägypten lockt Touristen an das Mittelmeer

1 Mai 2008

Quelle: bfai - Von Stephanie Bratka

Zahlreiche Investitionsprojekte von Sinai bis As Salum / Nachhaltigkeit rückt in den Fokus

Ägyptens Tourismusminister Zoheir Garranah plant die Mittelmeerküste des Landes zunehmend für Reisende zu erschließen. Im Vergleich zu anderen Anrainerstaaten hat Kairo diese Region bis dato eher vernachlässigt. Die geplanten Projekte bieten auch deutschen Firmen gute Geschäftschancen, doch es sind vor allem arabische Investoren, die sich engagieren. Der Tourismus gehört in Ägypten zu den wichtigsten und am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweigen. (Kontaktanschriften)

Das touristische Entwicklungspotenzial an der Mittelmeerküste Ägyptens ist groß: Als Beispiel dafür kann das erst kürzlich eröffnete Porto Marina Resort, das etwa 100 km westlich von Alexandria liegt, genannt werden. Weitere Projekte befinden sich noch in der Planungsphase, so die Aktivitäten der Investmentbehörde von Marsa Matrouh, einem Touristenort am Mittelmeer: Die Initiatoren haben Vorhaben im Wert von rund 700 Mio. ägyptische Pfund (ägypt.£), umgerechnet rund 83 Mio. Euro, genehmigt. Sie werden neun Touristenressorts mit insgesamt 3.200 Hotelzimmern an der Küste bauen. Und weiter: In Al Alamein entstehen derzeit zehn neue Vier- und Fünf Sterne Hotelanlagen.

Experten zufolge kann der Markt die zusätzlichen Bettenkapazitäten der neuen Hotelanlagen aufnehmen. Bremsend auf die Branchenentwicklung wirkten die Inflation und der Mangel an qualifiziertem Personal, heißt es. Gleichzeitig erfordern die deutlich steigenden Besucherzahlen einen Ausbau der Infrastruktur: Die Europäische Union fördert die Modernisierung der touristischen Infrastruktur Ägyptens mit 2 Mio. Euro und mit gemeinsamen Projekten

Etwa 12% der Ägypter arbeiten nach Aussage von Garranah im Tourismus. Die Branche, die sich zur wichtigsten Deviseneinnahmequelle des Landes entwickelt hat, konnte sich von der Flaute in Folge der Terroranschläge 2005 und 2006 in Dahab auf dem Sinai erholen. Sie verzeichnete im Finanzjahr 2006/07 zweistellige Wachstumsraten. Wie die ägyptische Zentralbank berichtete, ist die Reisebranche 2006/07 real um 13,2% gewachsen (2005/06: +4,3%; 2004/05: +21,3%). Knapp 10 Mio. Touristen besuchten das Land (+12,7%; 2005/06: 8,7 Mio.; 2004/05: 8,7 Mio.). Die Anzahl der Übernachtungen stieg im Berichtsjahr um 15,5% auf 98,3 Mio. (2005/06: 85,1 Mio.; 2004/05: 85,7 Mio.). Branchenschätzungen zufolge beläuft sich die Anzahl der Besucher im Gesamtjahr 2007 auf 11 Mio. Reisende.

Zunehmend setzt Ägypten darauf, dass sich der Tourismus zu einem nachhaltigen Industriezweig entwickelt, dazu gehört nach Aussagen von Garranah auch die Forcierung des ökologischen Tourismus. Das Ministerium hat ein Umwelt-Management-System für Hotels eingeführt. Mittlerweile sind bereits 21 Häuser mit dem Umwelt-Label “Green Globe” zertifiziert. Außerdem wurde die Tauch-Organisation “The Diving Chamber” gegründet. Sie soll den Schutz der Riffe und Meerestiere im Roten Meer und die Einhaltung internationaler Sicherheitsstandards überwachen.

Die meisten Touristen kommen derzeit aus Russland, die Besucherzahlen sind seit dem Jahr 2002 um über 100% gestiegen. Etwa zwei Drittel der Ägypten-Reisenden sind Westeuropäer, hier rangiert Deutschland, gefolgt von Italien und Großbritannien, auf den vorderen Plätzen. Immer deutlicher zeichnet sich unterdessen ab, dass die Zahl der Besucher aus arabischen Ländern weiter steigt.

Das Interesse von Investoren an Immobilien für das Hotelgewerbe ist groß. Diese Entwicklung zeigte sich auch auf der Immobilienmesse “Next Move” (16.-19.4.200 8) in Kairo. Zahlreiche Wohn- und Hotelprojekte von rund 30 Ausstellern aus dem arabischen Raum wurden dort vorgestellt. Auch auf der Messe wurde deutlich, dass vor allem arabische Anleger in den Tourismus drängen. Ein Beispiel dafür ist die geplante luxuriöse Wohn- und Hotelanlage Marassi auf 6,25 Mio. qm nahe Alexandria und Al Alamein. In dieses Projekt investiert Emaar Misr, eine hundertprozentige Tochter der Immobiliengesellschaft Emaar Properties mit Sitz in Dubai, etwa 9,92 Mrd. ägypt.£, rund 1,1 Mrd. Euro. (S.A.)

Kontaktanschriften:

Ministry of Tourism
Cairo International Convention Center - Nasr Road -
Nasr City - Cairo, Ägypten
Tel.: 0020 2/261 17 32; Fax: -263 71 99
E-Mail: zgarranah@tourism.gov.eg

Egyptian Tourism Federation
8, El Sadd El-Aaly Street,
Dokki, 11312, Giza. Ägypten

Tel.: 0020 2/37 48 -33 13
E-Mail: info@etf.org.eg, etf@etf.org.eg Internet: www.eft.org.eg


Kroatiens Tourismus expandiert und will Qualität steigern

1 Mai 2008

Quelle: bfai - Von Torsten Pauly

Bis zu 1,8 Mrd. Euro sollen 2008 und teilweise 2009 in den kroatischen Fremdenverkehr fließen, vor allem in höherwertigere Einrichtungen für kaufkräftige Urlauber. Das Adrialand verzeichnet seit Jahren steigende Touristenzahlen, auch 2007 gab es 7,5% mehr Anreisen. Doch immer noch finden die meisten Übernachtungen in eher einfachen Unterkünften statt, Schätzungen zufolge fehlen in Kroatien mindestens 50.000 Betten in der vier- und fünf-Sterne-Kategorie. Entstehen sollen Großprojekte, aber auch kleinere und Familienhotels. Dazu sind Infrastrukturmaßnahmen geplant.

Auf 13,7 Mrd. Kuna (K; 1 Euro = 7,26 K; Stand: 21.4.200 8) beläuft sich der Wert der Investitionen, die 2008 und zum Teil 2009 in den kroatischen Fremdenverkehr fließen sollen. Hiervon sind 7,1 Mrd. K für Hotels und andere Einrichtungen geplant, weitere 6,6 Mrd. K machen indirekte Investitionen aus, vor allem für den Ausbau der Infrastruktur.

Hochwertige Tourismusprojekte in Kroatien bieten deutschen Ausstattern viele Geschäftschancen, allerdings haben in den letzten Jahren auch einfachere und günstigere Anbieter aus Italien oder Slowenien in Kroatien eine starke Marktposition gehabt. Oft gehören die meisten Hotels in einem oder allen Segmenten an einem Ort oder auf einer Insel der gleichen Betreibergesellschaft.

Zu den spektakulärsten Vorhaben, die 2008 beziehungsweise 2009 anstehen, zählen das Hotel Kempinski Adriatic im istrischen Savudrija für 191 Mio. Euro, der Punta Skala Residence & Vacation Club bei Zadar (150 Mio. Euro), das Hotel Sibenik (55 Mio. Euro) oder das Hotel Admiral im süddalmatinischen Slano (41 Mio. Euro). Auch renommierte Hotels werden renoviert oder zusätzlich aufgewertet. Zu nennen sind hier die Spliter Hotels Marjan (100 Mio. Euro) und Split (40 Mio. Euro) das Hotel Croatia in Cavtat (15 Mio. Euro), das Hotel Posejdon in Vela Luka sowie die Dubrovniker Hotels Excelsior (14 Mio. Euro) und Lapad (12 Mio. Euro). Etwa 140 Mio. Euro will die Suncani-Hvar-Kette in ihre Hotels investieren. Insgesamt wurden in Kroatien 2007 Hotelflächen von 291.000 qm neu genehmigt, das waren 193,5% mehr als 2006.

Mit weiteren Großprojekten ist mittelfristig zu rechen. So sollen in den nächsten Jahren 1 Mrd. Euro in die Brijuni rivijera beim Istrien vorgelagerten Brijuni-Archipel investiert werden. Auf 500 Mio. Euro werden die Ausgaben für den Hotel- und Apartmentkomplex auf der Insel Pasman geschätzt und 300 Mio. Euro sollen die Obonjan Rivijera und weitere Projekte bei Sibenik kosten. Andere Großvorhaben sind die Terra Istriana bei Umag (250 Mio. Euro), Tourismusanlagen in Dugi Rat (210 Mio. Euro) und das Kempinski Porto Mariccio Resort (208 Mio. Euro). Bei letzterem soll sich die Realisierung allerdings wegen archäologischer Ausgrabungen zusätzlich verzögern.

Stark ausbauen will Kroatien auch die Zahl kleinerer und Familienhotels im drei- und vier-Sterne Segment. Der Nationale Verband kleinerer und Familienhotels hält es für möglich, dass in den kommenden vier Jahren bis zu 500 neue Einrichtungen entstehen könnten, entweder durch Neubauten oder durch Umwandlung bestehender Apartmentkapazitäten privater Vermieter.

Kroatiens Tourismus verzeichnet seit Jahren steigende Gästezahlen, auch 2007 sind aus dem In- und Ausland jeweils 7,5% mehr Reisende gekommen als 2006. In jenem Jahr hatte auch die Fußball-WM in Deutschland die Urlaubspläne vieler Europäer speziell beeinflusst. Erklärtes Ziel des kroatischen Fremdenverkehrs ist es, vor allem im Segment der kaufkräftigen, qualitätsbewussten Urlauber zu wachsen. Ein genauerer Blick auf die Entwicklung zeigt jedoch, dass die mittelfristigen Trends diesen Zielen noch nicht entsprechen.

So haben zum Wachstum zwischen 2005 und 2007 vor allem inländische Gäste selber (+21,4%) sowie Urlauber aus Russland (+95,8%), der Slowakei (+51,8%), Polen (+33,5%), Bosnien und Herzegowina (+30,2%), Slowenien (+15,5%) und Österreich (+13,1%) beigetragen. Eine Stagnation beziehungsweise Rückgänge gab es dagegen zwischen 2005 und 2007 aus den traditionell wichtigen Ländern Italien (-0,6%) und Deutschland (-1,1%) sowie vor allem aus Ungarn (-15,9%) und Frankreich (-19,8%).

Auch bei den Segmenten zeigt sich, dass Privatunterkünfte 2007 mit 29,5% aller Übernachtungen einen höheren Marktanteil verbuchen konnten als Hotels (26,9%) oder Resorts (8,6%). Weitere 23,7% entfielen auf Campingplätze. Zudem haben die Übernachtungen in Privatquartieren zwischen 2005 und 2007 am stärksten zugelegt (+25,2%), gefolgt von den Registrierungen in Häfen (+21,0%). Hotels verbuchten ein Plus von 1,9%. Nicht auszuschließen ist, dass ein Teil des Wachstums sich auch durch die in den letzten Jahren stark verbesserte statistische Erfassung erklärt.

Insgesamt hatte Kroatien 2007 etwa 944.000 registrierte Übernachtungskapazitäten. Hiervon entfielen 421.000 auf Privatanbieter, 213.000 auf Campinglätze und 116.000 auf Hotels. Von den insgesamt 551Hotels (2006: 521) hatten 15 fünf Sterne (2006: 14), 94 vier Sterne (2006: 71), 302 drei Sterne (2006: 289), 137 zwei Sterne (2006: 141) und drei Hotels einen Stern (2006: sechs). Mittelfristig sollen mindestens 50.000 neue Betten im vier- und fünf-Sterne-Segment entstehen.

Hochwertige Einrichtungen sind auch Voraussetzung für eine längere Saison. Im Jahr 2007 hatten Hotelbetten in Kroatien mit im Schnitt 132 Tagen eine bessere Auslastung als der Tourismus insgesamt (59 Tage). Privatquartiere waren 41Tage belegt. Zu besserer Qualität zwingen auch die hohen Preissteigerungen der letzten Jahre. So haben sich etwa Paketangebote (Package holidays) in Kroatien 2007 im Schnitt um 21,5% verteuert und zwischen 2001 und 2006 um insgesamt 137,3%.

Tourismuszahlen in Kroatien
Herkunftsland Anreisen 2007 Veränderung 2006/07 (in %)
Insgesamt, darunter aus 11.162.406 +7,5
.Kroatien 1.855.715 +7,5
.Deutschland 1.554.794 +0,6
.Italien 1.249.343 +1,1
.Slowenien 1.015.379 +11,2
.Österreich 839.717 +6,3
.Tschechien 669.132 +12,8
.Frankreich 473.806 -6,2
.Ungarn 381.202 -5,4
.Polen 322.890 +17,1
.Bosnien u. Herzegowina 222.136 +17,7
.Niederlande 264.664 +9,4
.Slowakei 280.586 +28,7
.Großbritannien 267.159 -0,6
.Russland 157.259 +44,7

Quelle: Statistisches Amt Kroatien

Übernachtungen in Kroatien nach Destination

Gespanschaft Übernachtungen 2007 Veränderung 2006/07 (in %)
Insgesamt, darunter in 56.005.492 +5,7
.Istrien 17.613.132 +3,8
.Primorje-Gorski Kotar 11.114.744 +3,5
.Split-Dalmatien 9.246.960 +10,8
.Dubrovnik-Neretva 4.414.009 +0,7
.Zadar 6.008.672 +10,3
.Sibenik-Knin 3.920.068 +4,6
.Lika-Senj 1.315.280 +11,1
.Stadt Zagreb 1.133.172 +11,3

Quelle: Statistisches Amt Kroatien

Übernachtungen in Kroatien nach Unterkunft

Segment Übernachtungen 2007 Veränderung 2006/07 (in %)
Insgesamt, darunter in 56.005.492 +5,7
.Privatunterkünften 17.686.654 +12,9
.Hotels 15.069.621 +2,5
.Campingplätzen 12.956.615 +2,8
.Resorts 4.173.288 -8,2
.Häfen 1.378.439 +13,4
.Bädern 278.397 +31,9

Quelle: Statistisches Amt Kroatien

Kroatische Importe von Gaststätten- und Hotelbedarf

Produkt (Zolltarifposition) Import 2007 (in 1.000 Euro) Veränderung 2006/07 (in %)
Waschmaschinen m. einem Fassungsvermögen von mehr als 10 kg (8450.20), darunter aus 1.853,3 55,3
.Slowenien 1.109,3 74,9
.Deutschland 302,7 173,9
Trockner m. einem Fassungsvermögen von 6 kg bis 10 kg (8451.21.90), darunter aus 256,6 2,4
.Großbritannien 88,2 96,0
.Deutschland 55,3 38,6
Italien 44,4 88,9
Andere Trockner (8451.29), darunter aus 607,7 8,9
.Slowenien 180,2 301,3
.Deutschland 139,1 2,2
.Italien 77,2 -14,8
Bügelmaschinen u. -pressen, einschl. Fixierpressen (8451.30), darunter aus 2.609,7 94,7
.Deutschland 1.025,0 239,6
.Italien 636,3 41,1
Klimageräte (84.15), darunter aus 95.439,0 24,8
.VR China 24.515,5 22,7
.Japan 11.236,2 24,9
.Italien 9.859,8 -1,9
.Deutschland 3.684,8 68,2
Dampffiltriermaschinen z. Zubereiten v. Kaffee od. heißen Getränken (8419.81.20-80), darunter aus 6.928,4 0,6
.Italien 4.913,4 1,4
.Deutschland 507,6 11,9
Maschinen u. Apparate z. Zubereiten v. Lebensmitteln f. Großküchen (8438.80), darunter aus 6.004,2 9,1
.Deutschland 1.679,8 -49,0
.Italien 1.292,1 -6,0
.Frankreich 464,0 369,6
.Dänemark 292,9 78,2
Geschirrspülmaschinen (nicht für Haushalte) (8422.19), darunter aus 3.198,4 -1,8
.Italien 1.471,8 -8,9
.Deutschland 804,4 48,2
.Slowenien 317,9 -22,7
Abzugshauben mit einer horizontalen Seitenlänge von 120 cm od. weniger (8414.60), darunter aus 5.914,8 1,2
.Italien 4.620,7 2,8
.Deutschland 232,6 -2,0

Quelle: Statistisches Amt Kroatien


Russland schreibt erste Projekte für Tourismuszonen aus

1 Mai 2008

Quelle: bfai - Von Gerit Schulze

Planer und Architekten gesucht / Zahl der ausländischen Besucher sinkt

Russland macht Tempo beim Aufbau von Tourismus-Sonderwirtschaftszonen (SWZ). Wie das Wirtschaftsministerium Mitte April 2008 mitteilte, laufen ab sofort die Ausschreibungen für Planungsarbeiten in fünf Gebieten. Moskau muss sich beeilen, um beim Fremdenverkehr international nicht den Anschluss zu verlieren. Allein 2007 ist die Zahl der Auslandsbesucher um 9% auf 2,2 Millionen gesunken. Fehlende Hotels, schlechte Infrastruktur und die Sicherheitslage schrecken Besucher ab.

Schwarzmeerküste, Baikal, Wolga und Karelien, dazu die prächtigen Städte des Goldenen Rings sowie die Metropolen Moskau und Sankt Petersburg - Russland müsste eigentlich ein Top-Urlaubsziel für Reisende aus aller Welt sein. Statt dessen lockt das Land gemessen an seinem Potenzial nur wenig Urlauber an. Die Zahl der ausländischen Touristen ist 2007 um 9% auf 2,2 Millionen zurück gegangen.

Bei einem Rating des Weltwirtschaftsforums in Davos hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit im Tourismussektor landete Russland zuletzt nur auf Platz 64 von 130 untersuchten Staaten (Plätze 1 bis 3: Schweiz, Österreich, Deutschland). Besonders schlecht schnitt Russland bei den Punkten Verkehrsinfrastruktur, Hotelkapazitäten und Sicherheit (Kriminalität, Verkehrsunfälle, geringe Polizeieffizienz) ab. Insgesamt biete Russland schlechte Voraussetzungen für die Entwicklung des Fremdenverkehrs. Der Eigentumsschutz für ausländische Investoren sei gering und die Visabestimmungen für Besucher zu kompliziert, kommentiert der Bericht zu globalen Urlaubszielen, der zusammen mit dem Welttourismusrat WTTC und der Luftverkehrsvereinigung IATA erstellt wurde.

Doch das alles soll nun anders werden. Mit der Einrichtung von sieben Sonderwirtschaftszonen in für den Tourismus attraktiven Regionen will Moskau zeigen, dass ihm die Entwicklung des Fremdenverkehrs durchaus am Herzen liegt. Bereits 2006 wurden dafür die Gebiete Burjatien und Irkutsk (Baikalsee), Stawropol (Heilbad Grand Spa Jutsa), Krasnodar (Schwarzmeerküste), die Republik Altai (Gebirgstourismus, Extremsport) und Kaliningrad (Ostseeküste) ausgewählt. Investoren bekommen Ermäßigungen bei der Gewinnsteuer und einen befristeten Erlass der Boden- und Vermögensteuer eingeräumt.

Für die ersten fünf Objekte hat die Verwaltung der Sonderwirtschaftszonen Mitte April 2008 Ausschreibungen für Planungs- und Architekturdienstleistungen gestartet. Bei den Planungen sollen Belange der Archäologie, Geodäsie, Ökologie und Strahlung berücksichtigt werden. Konkret geht es um den Aufbau von Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden in den Touristikzonen Burjatien, Stawropol, Krasnodar und Altai.

Die Tenderinhalte können im Internet unter www.oao-oez.rosoez.ru/news/competitions eingesehen werden. Auf dem offiziellen Ausschreibungsportal der russischen Regierung ( www.zakupki.gov.ru) gibt es per Download die kompletten Unterlagen. Bis 14.5.08 müssen die Angebote bei der OAO Osobye ekonomitscheskie sony (siehe Kontaktanschrift) eingereicht werden.

Im Altai-Gebirge sollen in diesem Jahr umgerechnet rund 15 Mio. Euro in erste Arbeiten beim Aufbau der Tourismus-Infrastruktur am Projekt “Birjusowaja Katun” gesteckt werden ( www.bkatun.ru). Insgesamt sind dort fast eine halbe Milliarde Euro für einen Sport- und Erholungskomplex in den Bergen geplant. Der Schwarzmeerkurort Anapa, in dem ebenfalls eine Tourismus-SWZ eingerichtet wird, rechnet mit 2 Mrd. Euro Investitionen. Die Bauarbeiten sollen dort 2009 beginnen.

Insgesamt hat der Tourismussektor in Russland erst einen Anteil von unter 2% am Bruttoinlandsprodukt. Zwar sind die Russen sehr reisefreudig, doch bislang verbringen sie ihren Urlaub am liebsten im Ausland. Die Zahl der Auslandsreisen ist 2007 um ein Fünftel auf 9,4 Millionen gestiegen, während umgekehrt das Interesse ausländischer Gäste an Russland sinkt. Die russische Reisebranche ist dennoch ein Boomsektor. Laut Tageszeitung Kommersant konnten die 50 größten Anbieter ihren Umsatz 2007 um 73% auf 5,2 Mrd. US$ steigern. Hauptsächlich mit dem Verkauf von Auslandsreisen.

Touristenströme von und nach Russland
2006 2007 Veränderung in %
Zahl der ausländischen Touristen in Russland (in 1.000) 2.433 2.214 -9
..davon aus Deutschland 329 346 5
..aus den USA 225 172 -23
..aus der VR China 157 130 -18
..aus Finnland 148 153 3
..aus Großbritannien 124 131 5
Zahl russischer Touristen im Ausland (in 1.000) 7.753 9.369 21
..davon in der Türkei 1476 1923 30
..in der VR China 1307 1652 26
..in Ägypten 903 1255 39
..in Finnland 563 657 17
..in Deutschland 226 231 2
Quelle: Föderale Agentur für Tourismus (Russiatourism)

Russlands größte Tourismus-Unternehmen

Unternehmen / Webseite Umsatz 2007 in US$ Zuwachs zu 2006 in %
Intourist / www.intourist.ru 525 55
Natalie Tours / www.natalie-tours.ru 475 64
TEZ Tour / www.teztour.ru 425 44
S7 / www.s7.ru 408 k.A.
Newa / www.nevatravel.ru 377 68
Inna Tour / www.inna.ru 365 14
Kapital Tour / www.capital-tour.ru 359 104
OTI Russia / www.otigroup.net 294 126
PAC Group / www.pac.ru 144 12
Intaer / www.intaer.ru 134 k.A.

Quelle: Tageszeitung Kommersant vom 18.3.08
Kontaktanschriften

OAO Osobye ekonomitscheskie sony
(verwaltet die Entwicklung der russischen Sonderwirtschaftszonen)
Ansprechpartnerin: Natalja Igorewna Jewgraschina
125009 Moskau, Twerskoi bulwar 6
Tel.: 007 495/645 26 90, Durchwahl: -2053, Fax: -291 35 60
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(Föderale Tourismusagentur der Russischen Föderation)
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Hotels: Mit Kaffeespezialitäten wird mehr Geld verdient

25 April 2008

Quelle: CHD Expert Deutschland, 25. April 2008

Toppreise bei über drei Euro für Cappuccino – Große Preisunterschiede

In Kaffeespezialitäten steckt der Gewinn. In der Hotellerie wird mit den immer beliebteren Heißgetränken wie Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato eine anständige Marge eingefahren. Während in Mittelklasse-Hotels (drei Sterne) die Tasse Cappuccino durchschnittlich 2,13 Euro kostet, können Tophotels (vier und fünf Sterne) dafür 2,41 bzw. 3,46 Euro verlangen. Die durchschnittlichen Spitzenpreise für Espresso in der First-Class- und Luxushotellerie betragen 2,20 bzw. 2,71 Euro. Dies geht aus einer Studie des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert Deutschland hervor. Für die Untersuchung „Bedeutung von Kaffeespezialitäten in Hotellerie und Gastronomie“ wurden Ende vergangenen Jahres 2.300 Betriebe befragt. Bei Latte Macchiato werden Höchstpreis erzielt: In Luxushotels kostet ein Glas der Kaffeespezialität durchschnittlich 3,58 Euro, fast doppelt soviel wie in Economy-Hotels. In First-Class-Häusern wird noch im Durchschnitt 2,64 Euro für eine „Latte“ berechnet.

„Drei von vier Hotelbetrieben servieren regelmäßig Kaffeespezialitäten wie Espresso oder Milchkaffee“, sagt Thilo Lambracht, Geschäftsführer von CHD Expert Deutschland. „Cappuccino wird sogar von über 80 Prozent der Hotels angeboten, dagegen die aufwändiger herzustellende Latte Macchiato nur von rund 65 Prozent der Häuser.“ Auch in der gehobenen Gastronomie (A la carte-Restaurants) spielen aufwändige Kaffeespezialitäten eine größere Rolle als das „Arbeitspferd Filterkaffee“. Speise-orientierte Gastrobetriebe schenken sogar mehr Espresso (94%) und Milchkaffee (89%) aus als gefilterten Bohnenkaffee (75%).

Grundsätzlich gilt in der Gastronomie: Je kostspieliger ein Lokal desto höher auch der Kaffeepreis. In der mittleren Preisklasse (Gästebon von acht bis zwölf Euro) wird eine Tasse Filterkaffee mit durchschnittlich 1,60 Euro berechnet. In der Topgastronomie (Gästebon von über 30 Euro) kostet die Tasse Kaffee dann im Schnitt 2,27 Euro. „Mit dem gastronomischen Anspruch steigen auch die Ausstattungsmerkmale bei Kaffeeporzellan und zusätzlichen Services wie ein Glas Wasser und eine Etagère mit feinen Süßigkeiten“, so Lambracht.

Kaffee ist nach wie vor das meist konsumierte Getränk Deutschlands. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch lag zuletzt bei 146 Litern im Jahr (Quelle: Deutscher Kaffeeverband). Zum Vergleich: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier betrug zuletzt nur noch 112,5 Liter im Jahr. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Kaffeemarkt nach USA und Brasilien. Selbst im Espresso-Land Nr. 1 Italien wird zehn Prozent weniger Kaffee getrunken.
Über CHD Expert: Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die Firmenphilosophie steht unter der Überschrift „Wissen und machen!“. Das Unternehmen wurde 1997 als Marktplatz Hotel GmbH gegründet und gehört seit rund sieben Jahren zur international agierenden CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert gehört zu den Preferred Partners des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien.

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Israel will Bau von Hotels beschleunigen: Fördergelder vonseiten der Regierung

24 April 2008

Quelle: bfai

Der israelische Ministerpräsident und gleichzeitige Fremdenverkehrsminister Ehud Olmert will Hotelneubauten und -erweiterungen stärker fördern. Dafür stellt die Regierung 190 Mio. Neue Schekel (rund 55 Mio. US$) bereit. Sonst werden nach Prognosen des Tourismusressorts 2012 rund 15.000 Unterkünfte fehlen. Um Engpässe zu vermeiden, braucht Israels Hotelgewerbe in den kommenden Jahren massive Investitionen.

Wie Olmert im April 2008 erklärte, sind seit der Ausschreibung der ersten Tranche in Höhe von 100 Mio. NIS (rund 28 Mio. US$) zahlreiche Förderanträge eingegangen. Die Projekte haben einen Gesamtinvestitionswert von 1,3 Mrd. NIS (360 Mio. US$). Die im Rahmen der zweiten Tranche vorgesehenen Fördermaßnahmen sollen in Kürze ausgeschrieben werden, hierfür stehen 90 Mio. NIS (25 Mio. US$) zur Verfügung. Insgesamt beabsichtigt das Fremdenverkehrsministerium, mit dem Programm den Bau von 1.500 Unterkünften anzuschieben.

Allerdings wäre damit nur ein kleiner Teil des Mehrbedarfs gedeckt. Nach Prognosen des Fremdenverkehrsministeriums wird bereits für 2008 mit 2,8 Mio. Touristen ein neuer Besucherrekord erwartet. Die bisherige Bestleistung wurde 2000 verbucht und lag bei 2,7 Mio. Gästen. Bis 2012 strebt Israel 5 Mio. Besucher an. Das verlangt eine kräftige Aufstockung des Bestands an Hotelzimmern.

Im Jahr 2007 wurden in Israel 50.600 Unterkünfte gezählt, hiervon entfielen 93% auf Touristenhotels. Falls die Vorgaben eingehalten werden, steht eine massive Investitionswelle im israelischen Hotelbau bevor. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass rund 2.000 Zimmer nicht für Tourismuszwecke genutzt werden und damit eine “stille Reserve” darstellen.

Die wichtigsten Hotelstandorte sind Eilat am Roten Meer und Jerusalem. Allerdings kommen nur wenig ausländischer Gäste nach Eilat: 2006 waren es 11,2%. Die meisten Reisenden übernachten in Jerusalem und in Tel Aviv.

Führende Hotelstandorte 2006
Stadt/Region Landesteil Hotelzimmer Anteil in % Ausländerübernachtungen in 1.000 Anteil in %
Eilat Süden/Rotes Meer 10.842 23,3 768 11,2
Jerusalem Osten 9.107 19,6 2.297 33,5
hiervon Westjerusalem *) 7.167 15,4 2.024 29,5
Tel Aviv Zentrum 5.830 12,5 1.581 23,1
Totes Meer Osten 4.011 8,6 315 4,6
Tiberias Norden/See Genezareth 3.962 8,5 399 5,8
Haifa Nördliche Mittelmeerküste 1.458 3,1 185 2,7
Netania Zentrum 1.452 3,1 242 3,5
Andere Standorte - 9.872 21,2 1.067 15,6
Insgesamt - 46.534 100,0 6.854 100,0

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*) Ostjerusalem wird international nicht als Tei des israelischen Staatsgebiets anerkannt

Quelle: Zentralamt für Statistik

Kontaktanschriften:

Ministry of Tourism
POB 1018, Jerusalem 91009
Tel.:             00972 2/666 42 66       , Fax: -651 03 58
E-Mail: , Internet: www.tourism.gov.il (nur auf Hebräisch)

Israel Hotel Association
POB 50066, Tel Aviv 61500
Tel.:             00972 3/517 01 31       , Fax: -510 01 97
Internet: www.israelhotels.org.il

Quelle: bfai


Ein Jubilar mit großem Herz: Warum „Top hotel“-Verleger Wolfgang Schmitz die Brillat Savarin Plakette verliehen wurde

21 April 2008

Quelle: hotelier.com, 21. April 2008

Von Carsten Hennig

Mit 55 Jahren eine Ehrung zu erfahren wie sonst ein Star im Lebensabend – es gehört schon einiges dazu, dies ohne Allüren zu überstehen. Wolfgang Schmitz, Gründer, Chefredakteur und Herausgeber der führenden deutschen Fachzeitschrift für Hotelmanagement, ist ein solcher Gemütsmensch – zur einen Hälfte Vollblutjournalist, der stets zwischen den Stühlen (nicht auf ihnen) sitzt, zur anderen Hälfte seit 25 Jahren Sprachrohr der Branche. Der 1,94-Meter-Mann mit der sanften Stimme wurde nun von führenden Hoteliers in den Branchen-Olymp gehoben. In einer beispiellosen Galaveranstaltung der Food and Beverage Management Assocation (FBMA) in Hamburg wurde Schmitz die begehrte Brillat-Savarin-Plakette verliehen und sein Name damit in die Reihe von Größen wie Egon Steigenberger (Gründer der Steigenberger Hotel Group), Ueli Prager (Gründer Mövenpick) oder Georg Rafael (Weltklassehotelier und Gründer der Rafael Group) gestellt. In einem fünfstündigen Programm mit Ehrungen, Überraschungsgästen und Showeinlagen wurde Schmitz, der sich selbst gern im Hintergrund hält und die Druckerschwärze regiert, ins Rampenlicht geschoben – ähnlich wie er es mit zahllosen Hoteliers in seiner Fachillustrierten „Top hotel“ macht.

Das musste er über sich ergehen lassen: Eine Laudatio von seinem Freund und Wegbegleiter Carsten K. Rath, Geschäftsführer der Arabella Hotel Holding International und einer der jüngsten Hotelketten-Chefs der Welt. Ein Interview mit Conferencier Werner Schulze-Erdel, ein altbekannter TV-Moderator, zu seinem beruflichen Lebensweg. Ein Gourmet-Menü mit vier Gängen aus seinen Lieblingsspeisen von Starkoch Karlheinz Hauser, auch Gastgeber im Ballsaal auf dem Süllberg. Die großartigste Darbietung – und für Schmitz sicherlich das schönste Geschenk an diesem Tag – war ein Duett seiner Frau Marie-Luise mit der Sopranistin Maria Lather; dies erntete prompt stehende Ovationen. Später sagte ein Hotelier zu ihm, gerade diese Show mit Herz, mit viel Gefühl habe ihn besonders beeindruckt.

(Von links) Michael Bläser (Vizepräsident FBMA), Friedwolf Liebert (Sprecher des Brillat-Savarin-Kuratoriums in der FBMA-Stiftung), Wolfgang Schmitz, Udfo Finkenwirth (Präsident FBMA)

(Von links) Michael Bläser (Vizepräsident FBMA), Friedwolf Liebert (Sprecher des Brillat-Savarin-Kuratoriums in der FBMA-Stiftung), Wolfgang Schmitz, Udfo Finkenwirth (Präsident FBMA)

Und tatsächlich hat er ein großes Herz, der Wolfgang Schmitz aus Landsberg am Lech. 1983 gründete er seinen Verlag im Keller des Hauses, während seine Frau Marie-Luise Sohn und Tochter großzog. Heute sind beide Besitzer eines stattlichen Verlagsgebäudes ganz in der Nähe der Weltklassefirma Rational und geben 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein berufliches Zuhause. Schmitz muss natürlich als Arbeitgeber und Chefredakteur so manche Schlacht schlagen (und nicht alle hat er gewonnen), doch selbst Konkurrenten erkennen neidlos an, dass er stets fair bleibt. Mit „Top hotel“ hat er nicht nur eine der besten Werbeplattformen geschaffen; das Magazin ist nach verkauften Anzeigenseiten und nach Abonnements das führende Fachblatt seiner Art. Er hat auch ein Spiegelbild der Hotellerie geschaffen, die in ihrem Facettenreichtum viel abverlangt; nicht wenige Fachzeitschriften können dies bis heute nicht darstellen.

Aber: „Top hotel“ ist längst nicht nur bequem. Mit den anonymen Tests von Hotels und Restaurants machte sich Wolfgang Schmitz nicht nur Freunde; so soll für ihn bis heute im Dom Hotel Köln Hausverbot (aufgrund eines negativen Testergebnisses) gelten. Vor einigen Jahren bekam er auch den gewaltigen Zorn der Branche zu spüren, als in einem Testbericht dem Colombi Hotel Freiburg/Breisgau (ein privat geführtes Leading Hotel of the World) der geringe Blumenschmuck angekreidet wurde; die Inhaberfamilie Burtsche wies nach, pro Jahr eine fünfstellige Summe für frische Blumen auszugeben. Auch mit Arabella-Chef Carsten Rath pflegt er einen sachlichen Disput – über die Serie „Super-Suiten der Welt“; dem einen zu aufreißend, dem anderen genau passend. Dass er es nicht allen recht machen will, daraus macht Schmitz keinen Hehl. Vielleicht ist das ein Teil des Erfolgsgeheimnisses.

Mit 16 Mitarbeitern dreht Schmitz ein nicht kleines Rad: Zehnmal im Jahr erscheint „Top hotel“ mit durchschnittlich 160 Seiten Umfang, das Kompendium „Hotellerie in Zahlen“ und die Guides „Ausgewählte Wellnesshotels zum Wohlfühlen“ und „Ausgewählte Tagungshotels zum Wohlfühlen“. Weitere Fachbücher sind in Vorbereitung, ebenso der Relaunch des Onlineauftrittes. Ab 2009 macht sich Schmitz zu neuen Horizonten auf: Die Leitung des Deutschland-Geschäftes übergibt er an Thomas Karsch, seinem langährigen Stellvertreter, und damit in bewährte Hände. Schmitz selbst dirigiert den Start einer internationalen Ausgabe von „Top hotel“, die in Dubai erscheinen soll: „Top hotel Asia“.

Seine Fähigkeit, wichtige Entscheider an einen Tisch zu bringen, hat ihn zu einem bedeutenden Netzwerker und zu einem würdigen Preisträger der Brillat-Savarin-Plakette gemacht. Er hält enge Bande u.a. zu Heinz Horrmann, dem meistgedruckten Hotel- und Gastrokritiker in Europa. Er steht Rede und Antwort bei drängenden Fragen der Branchenpolitik – im Zwiegespräch zwischen Hotellerie und Top-Zulieferern. Er lässt alle Fünfe gerade stehen, mindestens einmal jährlich bei den legendären Isar-Floßfahrten. Wer jetzt denken möge, Schmitz neige zur Schönrederei, der irrt! Vor Jahren erlebte Carsten Rath ihn einmal in einer hitzigen Diskussion über die Qualität von Sitzmöbeln mit Philip Graf von Hardenberg – anlässlich einer Musterzimmeregutachtung. „Nach sechs Stunden Diskussion warf von Hardenberg schließlich entgeistert, aber überzeugt den monierten Stuhl um zwei Uhr nachts aus dem Fenster“, so Rath in seiner Laudatio. Nichts charakterisiert Schmitz besser.

Wolfgang Schmitz ist der 53. Preisträger der Brillat-Savarin-Plakette, eine der höchsten Auszeichnungen im Gastgewerbe, weil er sich unermüdlich für die Belange der Hotellerie einsetzt. Ein persönliches Anliegen ist ihm die Förderung des Branchennachwuchses. Daher engagiert er sich über die Alfred-Brenner-Stiftung für junge Talente aus der Hotellerie. Der FBMA, die ebenfalls mit ihrer „Academy“ eine wichtige Nachwuchsarbeit betreibt, dankte er mit einem Scheck über 25.000 Euro.

Über den Autor: Carsten Hennig (37) ist erfahrener Fachjournalist in der Hotellerie, leitete die Hotelfachpublikationen „FIRST CLASS“, hotelierportal.de, „Alawanyo“ und „hottelling“. Heute editiert er den internationalen Fachdienst hotelier.com (http://magazine.hotelier.com).
Den Autor erreichen Sie unter: ch@hotelier.com.

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Über die Brillat-Savarin-Plakette

Die Brillat-Savarin-Plakette ist nach dem französischen Richter und Philosophen Jean Anthèlme Brillat Savarin (1755 – 1826) benannt. Eines seiner bekanntesten Werke ist „La Physiologie du Goût“ (Die Physiologie des Geschmacks, 1826 erschienen, 1865 ins Deutsche übersetzt). Zudem war Brillat Savarin für ausgefallene Aphorismen wie zum Beispiel „Ein echter Feinschmecker, der ein Rebhuhn verspeist hat, kann sagen, auf welchem Bein es zu schlafen pflegte“ bekannt. Mit der Brillat-Savarin-Plakette werden seit 53 Jahren Persönlichkeiten geehrt, die sich in herausragender Weise um die Gast- und Tafelkultur verdient gemacht haben. Die Initiatorin der Plakette, die Brillat-Savarin-Stiftung, hatte diese Aufgabe nach 51 Jahren in die Obhut der FBMA-Stiftung übergeben. Mit dieser Nachfolgeregelung wurde sichergestellt, dass damit eine der höchsten Ehrungen im Gastgewerbe in der Tradition fortgeführt wird und von der Basis neue Inspiration erfährt.

Weitere Informationen: www.brillat-savarin-plakette.de

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Gourmet-Menü von Karlheinz Hauser anlässlich der
Verleihung der Brillat-Savarin-Plakette an Wolfgang Schmitz

Süllberg, 19. April 2008

Apollinaris Selection / Silence
Bitburger Premium Pils

Vorspeise: Spanische Tapas Etagére
Sphärische Oliven mit Jamon Jabugo, Mahonäse und Artischocken
Mallorquinische Gambas auf Meeresalgen, Jus von Tomaten und Basilikum-Mousse
Rotbarbe, Jakobsmuschel und Thunfisch auf andalusischem Gemüse
2007 – Emine Rueda Blanco, Bodegas Emina (Rueda)

Zwischengang: Dreierlei vom Wienerwald-Hendl und Stubenküken auf Wirsing, Morcheln und Champagnerschaum
2007 – Ockfener Schwarzberg, Riesling Hochgewächs trocken, Weingut Brogsitter (Mosel-Saar-Ruwer)

Hauptgang: Landberger Mastochsenfilet unter der Kruste mit Rhöner Stangenspargel und herzhaft kräftiger Trüffeljus
1997 – Chateau Jonqueyres, Bordeaux Superior – aus der 5l-Flasche

Dessert: Wolfgangs Grießbrei-Variationen mit seinem Lieblingseis „Tartufo“
Darboven Kaffeespezialitäten und Hüftengold in Pralinen-Form

Mitternachtssnack: Original Münchner Weißwürste mit Händlmeier-Senf und Karlheinz Hausers Spiegeleier mit allem Dum und Dran; knuspriges Rhöner Holzofenbrot und König Ludwig Dunkel Bier aus der Schlossbrauerei Kaltenberg bei Landsberg am Lech.

Anmerkungen: Wolfgang Schmitz wuchs in der Rhön auf, lebt heute in Landsberg am Lech und zeitweise in Südspanien – daher die Menüfolge.


Wolf von Hornstein, Erfinder der Hornstein-Liste, ist tot

19 April 2008

Quelle: nikos-weinwelten.de, 17. April 2008

Wolf Freiherr von Hornstein, Gründer und Präsident des kulinarischen Freundeskreises L’Art de Vivre, und Erfinder der Hornstein-Liste, verstarb am 14. April 2008 im Alter von 89 Jahren

Bekannt wurde von Hornstein durch das Hornstein-Ranking, eine geniale Auswertung aller wichtigen Restaurantführer, das vor 25 Jahren zum ersten Mal erschien. Vor 20 Jahren legte er den Grundstein für “Les Amis de l’Art de Vivre”.

Zugleich lag es ihm daran, Köchen das ihnen gebührende Ansehen bei Gästen und der Gesellschaft für ihre kreativen Kochleistungen zu verschaffen. Sein Ziel war es, das Interesse für die Spitzengastronomie zu wecken und die Zukunftsfähigkeit der Spitzengastronomie zu sichern.

Der Gründer und Präsident von L’Art de Vivre, 1918 in Frankfurt am Main geboren, war früher selbst Gastgeber und Sternekoch im Alten Pastorat auf Föhr. Nachdem er sich beruflich zur Ruhe setzte, widmete er sich leidenschaftlich der Pflege von Tisch-, Tafel- und Weinkultur.

Ebenso am Herzen lagen von Hornstein die Belange hilfsbedürftiger, notleidender Kinder. Mit “Les Amis de l’Art de Vivre” konnte er in den letzten Jahren über 200.000 Euro an Spenden sammeln.

Der Freundeskreis wird im Sinne seines Gründers weiterbestehen.

Weitere Informationen: www.hornstein-ranking.de

Ein Journalisten-Leben für die Hotellerie: “Top hotel“-Herausgeber Wolfgang Schmitz mit begehrter Brillat-Savarin-Plakette ausgezeichnet

19 April 2008

Quelle: Top hotel, 19. April 2008

Ein Leben für die Hotellerie: Der Verleger Wolfgang Schmitz (55) wurde am 19. April mit einer der höchsten Auszeichnungen im Gastgewerbe für seine unermüdliche journalistische Arbeit geehrt. Der Chefredakteur von „Top hotel“ ist aktueller Preisträger der begehrten Brillat Savarin Plakette, die von der FBMA-Stiftung (FBMA: Food & Beverage Management Association) verliehen wird. Die Brillat Savarin Plakette wird in Deutschland seit 1955 an erfolgreiche und höchst integre Wirtschaftsführer aus der Hotellerie und der gehobenen Gastronomie verliehen. Unter den Plakettenträgern der vergangenen Jahre sind Branchengrößen wie Kurt Ritter (Rezidor Hotel Group), Thomas Althoff (Althoff Gruppe), Georg Rafael (Rafael Hotel Group) und zahlreiche andere. Die Preisverleihung fand vor rund 200 Festgästen, darunter auch Dehoga-Präsident Ernst Fischer, in Hamburg auf dem Süllberg statt. Gastgeber auf dem Süllberg ist Karlheinz Hauser, der den traditionsreichen Betrieb in Blankenese 2002 übernommen und zu altem Glanz geführt hat.

Mit der Brillat Savarin Plakette erfährt Wolfgang Schmitz im 25. Jahr der Herausgabe von „Top hotel“, dem führenden Fachmagazin für das Hotelmanagement in Deutschland, eine erneute Ehrung. Vor vier Jahren wurde er bereits mit dem international anerkannten „Five Star Diamond Award“ der American Academy of Hospitality Sciences in New York aus­gezeichnet. „Diese hohe Branchenauszeichnung bedeutet für mich neuen Antrieb“, so Wolfgang Schmitz, der den Freizeit-Verlag Landsberg sukzessive international ausbaut.

“Ein gutes Essen ohne Dessert ist wie eine einäugige Schönheit”
Jean Anthèlme Brillat-Savarin (französischer Gastrosoph, 1755 - 1826)

Die Brillat Savarin Plakette ist nach dem französischen Richter und Philosophen Jean Anthèlme Brillat Savarin (1755 – 1826) benannt. Eines seiner bekanntesten Werke ist „La Physiologie du Goût“ (Die Physiologie des Geschmacks, 1826 erschienen, 1865 ins Deutsche übersetzt). Zudem war Brillat Savarin für ausgefallene Aphorismen wie zum Beispiel „Ein echter Feinschmecker, der ein Rebhuhn verspeist hat, kann sagen, auf welchem Bein es zu schlafen pflegte“ bekannt.

Mit der Brillat-Savarin-Plakette werden seit 53 Jahren Persönlichkeiten geehrt, die sich in herausragender Weise um die Gast- und Tafelkultur verdient gemacht haben. Die Initiatorin der Plakette, die Brillat Savarin Stiftung, hatte diese Aufgabe nach 51 Jahren in die Obhut der FBMA-Stiftung übergeben. Mit dieser Nachfolgeregelung wurde sichergestellt, dass damit eine der höchsten Ehrungen im Gastgewerbe in der Tradition fortgeführt wird und von der Basis neue Inspiration erfährt.

Weitere Informationen: www.brillat-savarin-plakette.de

“Top hotel“ ist – gemessen an Abonnenten und verkauften Anzeigenseiten – die führende Fachzeitschrift für das Hotelmanagement in Deutschland. Das Magazin erscheint zehn Mal im Jahr im Freizeit-Verlag Landsberg, ein Beteiligungsunternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB). Die verbreitete Auflage beträgt über 19.000 Exemplare. Im Verbund mit dem VHB-Tochterunternehmen Lebensmittel Praxis Verlag (LPV) erscheinen u.a. auch „Die Küche“, „Catering Inside“, „Convenience Shop“ und „Lebensmittel Praxis“.

Weitere Informationen:
http://www.tophotel.de
http://www.lebensmittelpraxis.de


Hotellerie: Umsatz und Ertrag werden steigen

17 April 2008

Quelle: CHD Expert, 17. April 2008

Rund 50% der Hotelbetreiber erwarten Steigerungen bei Zimmerrate und Belegung

Hoteliers in Frühlingslaune: Rund die Hälfte der Betreiber größerer Hotels (vier und fünf Sterne) erwarten eine weitere Steigerung ihrer Belegung und Zimmerrate. Nur knapp zehn Prozent der Tophoteliers gehen von Umsatzverlusten in den nächsten Monaten aus. Das ist das Ergebnis des jüngsten AHGZ-Monitors, den die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ, Stuttgart) in ihrer aktuellen Ausgabe (Nr. 16, 19. April) vorstellt. Befragt wurden in ihrem Auftrag vom internationalen Marktforschungsunternehmen CHD Expert Deutschland (Scheeßel bei Hamburg) rund 5000 Betriebe aus dem Gastgewerbe.

Hotels der kleinen und mittleren Kategorie, vornehmlich ohne Restaurants, geben sich dagegen etwas zurückhaltender: Nur rund 43 Prozent erwarten eine Steigerung der Belegung und nur 30 Prozent hoffen auf höhere Zimmerraten. Fast 22 Prozent der Hotels ohne Gastronomie befürchten sogar Rückgänge bei der Zimmerrate innerhalb der nächsten Monate.

Dennoch – insgesamt ist die Stimmung gut im Gastgewerbe. Immerhin erwartet fast die Hälfte aller befragten Hoteliers und Gastronomen steigende Umsätze. Dies gilt auch für die Gastronomie, die offenbar Anschluss findet an die gute Entwicklung der Hotellerie.

Die Erwartungshaltung spiegelt die Konjunkturentwicklung in der Hotellerie wider. Die Vier- und Fünf-Sterne-Häuser haben auch im vergangenen Jahr sowohl bei Belegung als auch Zimmerrate einen leichten Zuwachs verzeichnen können: Nach dem WM-Boomjahr stieg 2007 die Zimmerauslastung um fast einen Prozentpunkt auf 64,3 Prozent und die durchschnittliche Zimmerrate wuchs leicht auf 89,12 Euro. Dies legt eine aktuelle Veröffentlichung von Deloitte Deutschland in der Reihe „Hotelbenchmark“ offen.

Auch in der Mittelklasse-Hotellerie wurde 2007 ein Plus verzeichnet: Nach Deloitte-Erhebungen stieg die Zimmerauslastung im vergangenen Jahr um 1,3% auf 64,5%. Der durchschnittliche Zimmerpreis wuchs um 0,4% auf 53 Euro.
Über CHD Expert: Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die Firmenphilosophie steht unter der Überschrift „Wissen und machen!“. Das Unternehmen wurde 1997 als Marktplatz Hotel GmbH gegründet und gehört seit rund sieben Jahren zur international agierenden CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert gehört zu den Preferred Partners des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien.

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Dubai-1000-Hotel-Fonds endgültig am Ende?

8 April 2008

Quelle Property Magazine, 08. April 2008

Am grauen Kapitalmarkt zeichnet sich ein neues Desaster ab. Offenbar steckt der Dubai-1000-Hotel-Fonds jetzt massiv in Schwierigkeiten. Wie Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen von der auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Kanzlei KWAG aus Bremen mitteilt, habe er bereits im Herbst 2005 vor der Kapitalanlage gewarnt: „Ich habe mir damals zusammen mit interessierten Anlegern das geplante Projekt in Dubai angesehen. Die Prognosen waren völlig unrealistisch.“

Initiator des geschlossenen Immobilienfonds ist der Diplom-Finanzwirt Georg Recker aus dem westfälischen Hamm. Das Fondsvolumen umfasst rund 142 Mio. Euro. Wie viel allerdings tatsächlich eingezahlt wurden, ist offen. Die Mindestbeteiligung lag bei 10.000 Euro. Recker hatte eine Ausschüttung von neun bis 12 Prozent prognostiziert. „Viel zu optimistisch“, meint Gieschen. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund wegen Betruges gegen den Fondsinitiator.

Der Fonds plante den Bau eines 1.000-Zimmer-Luxushotels am Persischen Golf. Eigentlich sollte das Haus bereits im Juli des vergangenen Jahres bezugsfertig sein. Rechtsanwalt Gieschen ist in diesem Februar selbst nach Dubai gereist und hat vor Ort die aktuelle Situation sondiert: „Ein Baufortschritt ist bei dem Objekt, verglichen mit vor Monaten veröffentlichten Fotos, nicht zu sehen.“ Aktuell werde lediglich ein Sichtzaun rund um die ausgehobene Grube errichtet. Tatsächliche Bautätigkeiten habe es auf dem Grundstück nicht gegeben: „Stattdessen wurden wir von Wachleuten verjagt und aufgefordert, keine Fotos zu machen.“

Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen: „Ich habe mir die Baustelle mit einem einheimischen Bauunternehmer angesehen. Dem ist sofort aufgefallen, dass schon der äußere Anschein der Baustelle nicht dem entspricht, was in Dubai von den Behörden vorgeschrieben ist.“ So würden jegliche Hinweise auf den Konstrukteur, die Plotnummer und ähnliche Daten fehlen, die bei jedem Bauvorhaben sichtbar auf entsprechenden Schildern ausgewiesen werden müssen.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund geht nun offensichtlich auch den Vorwürfen nach, dass der Fonds zwar offiziell geschlossen worden ist, weil angeblich das prospektierte Fondsvolumen eingesammelt wurde, tatsächlich aber nach wie vor Zeichner für den Recker-Fonds akquiriert werden. Am Markt werden laut Gieschen nach wie vor große Pakete des Fonds angeboten: „Wir haben die Behörden in Dubai auf das Objekt aufmerksam gemacht und warten nun auf eine offizielle Stellungnahme zu dieser, nach unserer Ansicht illegalen Baustelle mitten in der Wüste.“

Außerdem suggerierte Recker potentiellen Anlegern zusätzliche Sicherheit, weil sie nicht wie bei anderen Dubai-Fonds, in einen so genannten Blindpool, sondern in „ein klar definiertes Projekt“ investieren würden.

Laut Gieschen haben insbesondere vermögende Freiberufler und Ärzte in den Recker-Fonds investiert. Er ist der größte von sechs ähnlichen Dubai-Fonds, die alle im Jahr 2005 aufgelegt worden sind. Man hatte den Anlegern suggeriert, sie könnten mit satten Gewinnen am sagenhaften Boom des Wüstenstaates teilhaben. Gieschen: „Ein Märchen aus 1001 Nacht.“


Russischer Investor erwirbt europäische Hotelkette Austrian Hotel Company

8 April 2008

Quelle: Property Magazine, 08. April 2008

Central European Hotel Investment Company (C.E.H.I.), ein Unternehmen des russischen Privatinvestors Alexander Klyachin, hat die europäische Hotelkette Austrian Hotel Company (AHC) erworben. Die Hotelkette umfasst zwanzig Hotels der 3- und 4-Sterne Kategorie mit 1.875 Zimmern in 17 Städten in Österreich, Deutschland und in der Tschechischen Republik.

Der Ankauf erfolgte für die Expansion der Hotelkette Azimut Hotels, die ebenfalls im Eigentum von Klyachin ist.

Jones Lang LaSalle Hotels hat den Käufer bei der Ankauf Due Diligence und den Vertragsverhandlungen beraten. Rechtlicher Berater war Beiten Burkhardt.

C.E.H.I. wird darüber hinaus bis 2010 weitere acht Hotels mit 1.161 Zimmern in europäischen Ländern eröffnen. Die Expansionsstrategie für AZIMUT Hotels wird von einem gemeinsamen Advisory Board von C.E.H.I. und der Azimut Hotel Company ausgearbeitet.

“Für Azimut bringt die Akquisition Zugang in Richtung Westeuropa und gleichzeitig den Transfer von operativem Hotel-Know-How nach Russland. Damit ist Azimut sehr gut auf das strategische Wachstum in weitere internationale Märkte vorbereitet“, erläutert Christoph Härle (Bild l.), Managing Director Jones Lang LaSalle Hotels.


Hotel Markt Bulletin – März 2008

4 April 2008

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In dieser Ausgabe:
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2. Neue Projekte (Auswahl aus Deutschland/Österreich/Schweiz)
3. Neues aus den Hotelmärkten: Deutschland – Italien – Seychellen
4. Presseschau – Lesenswerte Beiträge zur Hotellerie aus Wirtschafts- und Fachmedien
5. Über CHD Expert: Excellence in Foodservice Data
6. Impressum

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1. Top Projekt des Monats: Shangri-La Hotel, Wien

Projektname:  Shangri-La Hotel Vienna
Betreiber:  Shangri-La Hotels & Resorts
Standort:  Wien, zentrale Lage
Hoteltyp:  Geschäftsreisehotel
Kategorie:  5 Sterne
Zimmer:  207
Geplante Eröffnung: Ende 2009
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Außer-Haus-Markt wächst langsamer

4 April 2008

Quelle: ZMP, 01. April 2008

Trotz Mehrwertsteuererhöhung und eines verregneten Sommers haben die Deutschen 2007 wieder mehr außer Haus gegessen. Schon 2006 stand der Außer-Haus-Markt unter einem guten Stern. Konjunktureller Rückenwind, die Fussball-Weltmeisterschaft und ein Traumsommer bescherten dem Außer-Haus-Markt endlich wieder Zuwächse.
Verantwortlich für diese Entwicklung sind vorrangig die positiven ökonomischen Rahmenbedingungen: Die Arbeitslosenzahl fiel auf den niedrigsten Stand seit 13 Jahren, und der Konsumklimaindex in Deutschland verzeichnete 2007 noch höhere Werte als im Vorjahr. Davon partizipierte der konjunktursensible Außer-Haus-Markt. Im zweiten Halbjahr 2007 reduzierte sich das Besucherwachstum allerdings erheblich, in der Gastronomie mit Bedienung ging die Besucherfrequenz sogar leicht zurück.

Außer-Haus-Markt – Zahl des Monats April 2008: 146 Liter Kaffee pro Kopf pro Jahr

1 April 2008

Pressemitteilung von CHD Expert Deutschland, 01. April 2008

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Kaffee ist nach wie vor das meist konsumierte Getränk Deutschlands. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch lag zuletzt bei 146 Litern im Jahr (Quelle: Deutscher Kaffeeverband). Zum Vergleich: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier betrug zuletzt nur noch 112,5 Liter im Jahr. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Kaffeemarkt nach USA und Brasilien. Selbst im Espresso-Land Nr. 1 Italien wird zehn Prozent weniger Kaffee getrunken. Im Kaffee steckt der Gewinn – die altbekannte Weisheit gewinnt mit der verstärkten Nachfrage nach Kaffeespezialitäten wie Espresso oder Latte Macchiato neu an Bedeutung. Paradebeispiel ist der Ausschank von Cappuccino: Rund 97 Prozent der Restaurants servieren die Kaffeeart ihren Gästen den schaumigen Seelenschmeichler. In der Hotellerie und in Kneipen/Bars wird Cappuccino jeweils bei 83 Prozent der Betriebe regelmäßig ausgegeben.

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Quelle: Deutscher Kaffeeverband / Fachbefragung „Bedeutung von Kaffeespezialitäten in Hotellerie und Gastronomie“, 2.300 befragte Betriebe im deutschen Gastgewerbe, Dezember 2007; CHD Expert Deutschland

Weitere Zahlen aus dem Außer-Haus-Markt:
http://www.chd-expert.de/zahl_des_monats.php

Über CHD Expert: Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die Firmenphilosophie steht unter der Überschrift „Wissen und machen!“. Das Unternehmen wurde 1997 als Marktplatz Hotel GmbH gegründet und gehört seit rund sieben Jahren zur international agierenden CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert gehört zu den Preferred Partners des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien.

Mehr unter:
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APRIL, APRIL — Breaking News: Gastgewerbe stützt Banken

1 April 2008

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
auch wir haben uns nicht zäumen können- dem Verlangen nach einem Aprilscherz sind wir erlegen. Ja, die unten stehende “Breaking News” vom einem Stützfonds der Gastronomie für notleidende Banken ist eine reine Erfindung. Kaum zu glauben, aber wahr … Wir haben Sie damit in den April geschickt und hoffen weiterhin auf Ihre Aufmerksamkeit. Für Ihr treue Leserschaft bedanken wir uns einfach hier und heute herzlich!

Die Redaktion

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Aktuelle Meldung zum 1. April: Gastronomen und Hoteliers gründen Auffangfonds für kreditgeplagte Finanzinstitute

Wirtschaft einmal anders herum: Das deutsche Gastgewerbe – vital und prosperierend – will notleidende Banken unterstützen. 77 Prozent der Gastronomie- und Hotelbetriebe wollen sich an einem Auffangfonds für kreditgeplagte Finanzhäuser beteiligen. Der Stützungsfonds soll ohne staatliche Hilfe aufgestellt werden und ein mittleres Volumen aufweisen.

Wie aus internen Kreisen verlautet, müssen interessierte Banken allerdings bei der Wahl ihres Mittagstischs flexibel auftreten, um in den engeren Kreis der Bewerber aufgenommen zu werden. Doch das Projekt hat auch Tücken: Nicht wenige einflussreiche Gastronomen und Hoteliers sehen die Sicherheiten der Banken angesichts Basel II kritisch. Auch das bisherige Geschäftsmodell „Bank“ werde als „hoch risikoreich“ bewertet.

Nach mehreren Gesprächsrunden zwischen Gastgewerbe und Banken, die nicht genannt werden möchten, wurde eine Lösung gefunden: Die Gastronomen zeigen sich bereit für finanzielle Stützungen, wenn die Geschäftsführerhaftung im Bankwesen mit der Unternehmerhaftung in Hotellerie und Gastronomie harmonisiert werde, heißt es aus Verhandlungskreisen. Die Gespräche würden baldmöglichst bei einem guten Glas Riesling fortgesetzt.


Gastronomie: Rauchverbot in Sachsen und Saarland teilweise ausgesetzt

27 März 2008

Die in den meisten Bundesländern eingeführten Rauchverbote in Gaststätten sorgen weiter für Streit. Während das Deutsche Krebsforschungszentrum auf weiter bestehende Gefährdungen für Mitarbeiter hinwies, ließen Gerichte in Sachsen und im Saarland Ausnahmen von den Verboten zu.

In kleinen Kneipen in Sachsen darf vorerst weiter geraucht werden. Das Landesverfassunsgericht setzte am Donnerstag in einem Eilverfahren das seit 1. Februar im Freistaat geltende Nichtraucherschutzgesetz für sogenannte inhabergeführte Ein-Raum-Gaststätten aus. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass den Gastronomen durch ein Rauchverbot schwere, nicht wieder gut zu machende Nachteile entstehen könnten. Bereits der Ausfall eines Teils der Stammgäste könne zu einer existenzgefährdenden Situation führen. Allerdings gilt diese Ausnahme nur dann, wenn die betreffende Gaststätte vom Inhaber selbst geführt wird.

Das Gericht gab damit vorerst den Klagen von Gastronomen gegen das Gesetz statt. Sie hatten argumentiert, dass sie bei einem Rauchverbot gegenüber Gaststätten mit mehreren Räumen, welche separate Räume für Raucher einrichten können, benachteiligt werden. Der sächsische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga wertete die Entscheidung als Teilerfolg. “Wir sehen es als Bestätigung, dass nach Rheinland-Pfalz auch ein hiesiges Gericht die besondere wirtschaftliche Betroffenheit von inhabergeführten Ein-Mann-Kneipen festgestellt hat”, sagte Hauptgeschäftsführer Frank Lehmann. Allerdings hat die Eilentscheidung nur vorläufigen Charakter. Ein Urteil im Hauptsache-Verfahren steht noch aus. 
  
In Wasserpfeifen-Cafés im Saarland darf weiter geraucht werden. 

Saarland: Ausnahme für Wasserpfeifen-Cafés
Im Saarland setzte das Landesverfassungsgericht am Donnerstag das Rauchverbot in sogenannten Wasserpfeifen-Cafés aus. Es gab der Verfassungsbeschwerde von Betreibern eines sogenannten Shisha-Cafés vorerst Recht. Diese hätten, so die Richter, ihr Gewerbe einstellen müssen, um den gesetzlichen Vorgaben zum Nichtraucherschutz gerecht zu werden. Shisha-Cafés würden fast ausschließlich von Wasserpfeifen-Rauchern besucht. Auch in diesem Verfahren steht eine endgültige Gerichtsentscheidung noch aus.
 

Krebsforscher sorgen sich um Gaststättenmitarbeiter
Scharfe Kritik an den derzeit geltenden Ländergesetzen mit Rauchverboten für Gaststätten kam indes am Donnerstag vom Deutschen Krebsforschungszentrum. “Nach wie vor arbeiten viele Beschäftigte der Gastronomie in Raucherräumen oder bei Veranstaltungen, in denen geraucht wird, oder gar in Raucherclubs”, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Krebsforschungszentrums, Otmar Wiestler. Der Bund solle diese Ausnahmen als “eklatante Missachtung des Gesundheitsschutzes” abschaffen.

Lesen Sie hier die aktuelle Veröffentlichung des Verfassungsgerichtshofes Sachsen:

Verfassungsgerichtshof setzt die Anwendung des Nichtraucherschutzgesetzes für inhabergeführte Ein-Raum-Gaststätten vorläufig aus

Mit Beschluss vom heutigen Tage setzte der Verfassungsgerichtshof § 2 Abs. 2 Nr. 8 des Sächsischen Nichtraucherschutzgesetzes bis zur Entscheidung über die in der Hauptsache noch anhängigen Verfassungsbeschwerden außer Anwendung, soweit das Rauchverbot Ein-Raum-Gaststätten erfasst, in denen neben dem Inhaber keine weiteren Personen im laufenden Gastronomiebetrieb tätig sind und in deren Eingangsbereich deutlich sichtbar darauf hingewiesen wird, dass das Rauchverbot nicht gilt.

Mit den im Februar 2008 eingegangenen Anträgen begehrten mehrere Inhaber von Ein-Raum-Gaststätten, das Rauchverbot im Wege des Erlasses einstweiliger Anordnungen vorläufig au-ßer Anwendung zu setzen. Zur Begründung führten sie an, aufgrund der geringen Größe ihrer Gasträume sei die Einrichtung eines separaten Raucherraumes ausgeschlossen. Wegen der daher fehlenden Möglichkeit, in ihren Gasträumen das Rauchen zu gestatten, seien ihre rau-chenden Stammgäste, die 75 bis 95% ihrer Gäste ausgemacht hätten, seit dem In-Kraft-Treten des Sächsischen Nichtraucherschutzgesetzes weitgehend ausgeblieben. Aufgrund des hiermit verbundenen Umsatzrückgangs von 20 bis 50%, vereinzelt bis 70%, seien sie in naher Zu-kunft nicht mehr in der Lage, die monatlichen Betriebsausgaben zu bedienen. Die Antragstel-ler sahen hierin einen Verstoß gegen ihre Berufsfreiheit (Art. 28 Abs. 1 SächsVerf) sowie gegen die Eigentumsgarantie (Art. 31 Abs. 1 Satz 1 SächsVerf). Ferner werde durch ihre Be-nachteiligung gegenüber Mehrraum-Gaststätten der Gleichbehandlungsgrundsatz (Art. 18 Abs. 1 SächsVerf) verletzt.

Die Anträge hatten Erfolg. Die für den Erlass einer einstweiligen Anordnung allein maßge-bende – vom Ausgang der Hauptsacheverfahren unabhängige – Folgenabwägung fiel zuguns-ten der Antragsteller aus. Die Aussetzung des allgemeinen Rauchverbots in inhabergeführten Ein-Raum-Gaststätten, in denen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten kein Raucherraum eingerichtet werden könnte, sei aus Gründen von besonderem Gewicht geboten. Erginge die einstweilige Anordnung nicht und hätten die Verfassungsbeschwerden in der Hauptsache spä-ter Erfolg, so könnten den Antragstellern schwere, nicht wieder gut zu machende Nachteile entstehen; denn bereits der Ausfall eines nicht unerheblichen Teils der Stammgäste könnte angesichts der unverändert bleibenden monatlichen Betriebsausgaben zu einer existenzge-fährdenden Situation führen. Deren tatsächlichen Eintritt abzuwarten, hätte die Versagung effektiven Rechtsschutzes zur Folge. Demgegenüber käme den Nachteilen, die entstünden, wenn die einstweilige Anordnung erginge und die Verfassungsbeschwerden später ohne Er-folg blieben, weniger Gewicht zu. Das gesetzgeberische Ziel, die Gesundheit vor Gefahren des Passivrauchens zu schützen und den Tabakkonsum bei Kindern und Jugendlichen zu ver-ringern, könne zwar vorübergehend nicht erreicht werden. Die einstweilige Aussetzung des Rauchverbots beschränke sich aber auf Gaststätten, zu deren Kunden ohnehin kaum Kinder und Jugendliche zählten und die im Wesentlichen von Rauchern frequentiert würden. Nicht-raucher könnten in der Übergangszeit aufgrund des anzubringenden Hinweises bewusst ent-scheiden, ob sie die Gaststätte aufsuchten.
Die einstweilige Anordnung entfaltet Geltung für alle vom Entscheidungstenor erfassten Ein-Raum-Gaststätten.

Mit der Entscheidung wurde keine Aussage über den voraussichtlichen Ausgang der Verfas-sungsbeschwerdeverfahren getroffen.

Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen, Beschluss vom 27. März 2008 – Vf. 25-IV-08 (e.A.)/Vf. 27-IV-08 (e.A.)/Vf. 29-IV-08 (e.A.)/Vf. 31-IV-08 (e.A.)/Vf. 33-IV-08 (e.A.)/Vf. 35-IV-08 (e.A.)/Vf. 37-IV-08 (e.A.)/Vf. 43-IV-08 (e.A.)/Vf. 45-IV-08 (e.A.)

§ 2 Allgemeines Rauchverbot

(1) Das Rauchen ist in folgenden Einrichtungen untersagt:
(…)

(2) Soweit nicht von Absatz 1 erfasst, gilt das Rauchverbot auch in folgenden Einrichtungen:
(…)

8. Gaststätten im Sinne von § 1 des Gaststättengesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 20. November 1998 (BGBl. I S. 3418), das zuletzt durch Artikel 149 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407, 2424) geändert worden ist, in der am 1. März 2007 geltenden Fassung, sowie Einrichtungen, die den Vorschriften des Gaststättengesetzes unter-liegen;
(…)

§ 3 Ausnahmen

Das allgemeine Rauchverbot gilt nicht in
(…)

3. abgetrennten Nebenräumen von Gaststätten, sofern diese als Räume, in denen das Rauchen zugelassen ist, gekennzeichnet sind, mit Ausnahme von Diskotheken;
(…).

Die Zulassung von Raucherräumen sei ein “kardinaler Konstruktionsfehler” der meisten Landesgesetze, so Wiestler. Wegen der außerordentlich hohen Belastung der Atemluft mit Tabakrauch seien sie für Beschäftigte der jeweiligen Gaststätten eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr. Wiestler forderte eine bundeseinheitliche Regelung und die Einführung einer komplett rauchfreien Gastronomie.


Hotel-Wolkenkratzer in Warschau geplant

27 März 2008

Quelle: bfai, 26. März 2008

Orbis will eines der höchsten Gebäude Europas erreichten 

Die größte polnische Hotelkette, Orbis, will in der Hauptstadt ein 350 m hohes Hotel mit integrierten Büroflächen errichten. Diesem spektakulären Projekt muss noch die Stadtverwaltung zustimmen. Der Orbis-Tower soll wie 500 weitere Hotels bis zur Fußball-EM 2012 fertiggestellt werden. Während der Vorbereitungen zur EM erwarten Experten Investitionen von knapp 5 Mrd. Zl (rund 1,4 Mrd. Euro, 1 Euro = 3,54 Zl) in Hotelprojekte (ohne Orbis-Tower).

Partner von Orbis soll die Firma Orco sein, die auch das von Daniel Libeskind entworfene Gebäude in der Nähe baut. In dem Orbis-Tower sind laut der Tageszeitung “Polska” 250 luxuriöse Hotelzimmer in den oberen Etagen geplant. Das Gebäude soll auf einem Grundstück der Orbis-Gruppe entstehen, auf dem sich derzeit noch das Holiday Inn befindet. Die Lizenz für dessen Betreibung läuft Ende 2009 aus.

In Warschau bestehen bereits Vorhaben zur Errichtung von 37 sehr hohen Gebäuden; noch fehlen allerdings Baugenehmigungen. Hotelzimmer sind auch in dem sehr hohen Wohnhaus Big Boy Building der Firma Hossa an der Danziger Küste geplant.

Bis zur Fußball-EM 2012 sind weitere rund 500 weniger spektakuläre Hotels mit 32.000 Zimmern geplant. In- und ausländischen Investoren werden dabei einfache und auch Luxushäuser im Gesamtwert von 4,7 Mrd. Zl errichten. Nachdem 2007 das erste Hilton mit fünf Sternen in Warschau eröffnet wurde, folgen solche in Lodz und Wroclaw. Auch weitere Mariott- sowie Sheraton-Häuser sind geplant, und Louvre Hotels will unter anderem seine Marke Campanile noch stärker etablieren.

Die neue polnische Kette Hotel De Silva eröffnet zur Zeit ihr erstes Dreisternehaus in Piaseczno bei Warschau; ein weiteres soll Mitte 2008 beim Flughafen von Katowice folgen, und ab 2018 will De Silva rund 100 solche Objekte betreiben. Das Unternehmen für Hotel- und touristische Dienste PUHiT vergrößert die Kette seiner einfacheren Start-Häuser und will Ende 2010 bereits 150 solche Objekte betreiben. Die Franchising-Kette Chaber der Polnischen Hotelkammer PIH soll 2017 etwa 500 Häuser umfassen. Die börsennotierte Warimpex S.A. errichtet ebenfalls Familienhotels.

Auch ausländische Investoren expandieren. Die an Orbis beteiligte französische Accor-Gruppe konzentriert sich auf einfachere Marken wie Ibis mit zwei Sternen und Etap mit einem Stern. Diese Kategorie soll mittelfristig die Hälfte aller Orbis-Häuser ausmachen. Orbis führt auf dem polnischen Markt mit rund 12.000 Betten deutlich vor Gromada mit 5.000, Golebiewski mit 2.500, Qubus Hotel mit 2.100, Starwood Hotel&Resorts (Sheraton, Westin, Bristol) mit 2.000, Inter Continental Hotel Group mit 1.600 Betten und anderen.

Zahl und Einnahmen der Hotels (in Mrd. Zl)

2002 2003 2004 2005 2006 2007*
Einnahmen 2,6 3,2 3,9 4,3 4,6 5,2
Zahl 1.071 1.155 1.202 1.231 1.295 1.390
*Schätzung
Quelle: Instytut Turystyki

Die steigenden Einnahmen erzielte die Hotelbranche trotz letztens sinkender Touristenzahlen. Dieser Trend soll mit weiteren Werbemaßnahmen wieder umgekehrt werden. In Mode kommen Wellness-Hotels, die unter anderem die Firma Hotele Spa Dr Irena Eris errichtet. Noch 2008 will die Salwator-Gruppe zwei solche Fünfsterne-Einrichtungen am Meer in Dzwirzyn und in den Bergen in Zakopane eröffnen. Salwador betreibt bereits vier einfachere Hotels der Marke “System”; 2008 soll noch eines in Katowice hinzu kommen, anschließend weitere in anderen Großstädten.

2003 2004 2005 2006 2007*
Ausländische 13,7 14,3 15,2 15,7 15
Inländische 19,7 17,6 16,8 16,4 16

*Schätzung
Quelle: Instytut Turystyki

Die Fußball-EM dürfte 2012 mehr als 0,5 Mio. ausländische Fans nach Polen locke