Ägypten lockt Touristen an das Mittelmeer

17 Juli 2008

Quelle: bfai – Von Stephanie Bratka

Zahlreiche Investitionsprojekte von Sinai bis As Salum / Nachhaltigkeit rückt in den Fokus /

Ägyptens Tourismusminister Zoheir Garranah plant die Mittelmeerküste des Landes zunehmend für Reisende zu erschließen. Im Vergleich zu anderen Anrainerstaaten hat Kairo diese Region bis dato eher vernachlässigt. Die geplanten Projekte bieten auch deutschen Firmen gute Geschäftschancen, doch es sind vor allem arabische Investoren, die sich engagieren. Der Tourismus gehört in Ägypten zu den wichtigsten und am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweigen. (Kontaktanschriften)

Das touristische Entwicklungspotenzial an der Mittelmeerküste Ägyptens ist groß: Als Beispiel dafür kann das erst kürzlich eröffnete Porto Marina Resort, das etwa 100 km westlich von Alexandria liegt, genannt werden. Weitere Projekte befinden sich noch in der Planungsphase, so die Aktivitäten der Investmentbehörde von Marsa Matrouh, einem Touristenort am Mittelmeer: Die Initiatoren haben Vorhaben im Wert von rund 700 Mio. ägyptische Pfund (ägypt.£), umgerechnet rund 83 Mio. Euro, genehmigt. Sie werden neun Touristenressorts mit insgesamt 3.200 Hotelzimmern an der Küste bauen. Und weiter: In Al Alamein entstehen derzeit zehn neue Vier- und Fünf Sterne Hotelanlagen.

Experten zufolge kann der Markt die zusätzlichen Bettenkapazitäten der neuen Hotelanlagen aufnehmen. Bremsend auf die Branchenentwicklung wirkten die Inflation und der Mangel an qualifiziertem Personal, heißt es. Gleichzeitig erfordern die deutlich steigenden Besucherzahlen einen Ausbau der Infrastruktur: Die Europäische Union fördert die Modernisierung der touristischen Infrastruktur Ägyptens mit 2 Mio. Euro und mit gemeinsamen Projekten

Etwa 12% der Ägypter arbeiten nach Aussage von Garranah im Tourismus. Die Branche, die sich zur wichtigsten Deviseneinnahmequelle des Landes entwickelt hat, konnte sich von der Flaute in Folge der Terroranschläge 2005 und 2006 in Dahab auf dem Sinai erholen. Sie verzeichnete im Finanzjahr 2006/07 zweistellige Wachstumsraten. Wie die ägyptische Zentralbank berichtete, ist die Reisebranche 2006/07 real um 13,2% gewachsen (2005/06: +4,3%; 2004/05: +21,3%). Knapp 10 Mio. Touristen besuchten das Land (+12,7%; 2005/06: 8,7 Mio.; 2004/05: 8,7 Mio.). Die Anzahl der Übernachtungen stieg im Berichtsjahr um 15,5% auf 98,3 Mio. (2005/06: 85,1 Mio.; 2004/05: 85,7 Mio.). Branchenschätzungen zufolge beläuft sich die Anzahl der Besucher im Gesamtjahr 2007 auf 11 Mio. Reisende.

Zunehmend setzt Ägypten darauf, dass sich der Tourismus zu einem nachhaltigen Industriezweig entwickelt, dazu gehört nach Aussagen von Garranah auch die Forcierung des ökologischen Tourismus. Das Ministerium hat ein Umwelt-Management-System für Hotels eingeführt. Mittlerweile sind bereits 21 Häuser mit dem Umwelt-Label „Green Globe“ zertifiziert. Außerdem wurde die Tauch-Organisation „The Diving Chamber“ gegründet. Sie soll den Schutz der Riffe und Meerestiere im Roten Meer und die Einhaltung internationaler Sicherheitsstandards überwachen.

Die meisten Touristen kommen derzeit aus Russland, die Besucherzahlen sind seit dem Jahr 2002 um über 100% gestiegen. Etwa zwei Drittel der Ägypten-Reisenden sind Westeuropäer, hier rangiert Deutschland, gefolgt von Italien und Großbritannien, auf den vorderen Plätzen. Immer deutlicher zeichnet sich unterdessen ab, dass die Zahl der Besucher aus arabischen Ländern weiter steigt.

Das Interesse von Investoren an Immobilien für das Hotelgewerbe ist groß. Diese Entwicklung zeigte sich auch auf der Immobilienmesse „Next Move“ (16.-19.4.2008) in Kairo. Zahlreiche Wohn- und Hotelprojekte von rund 30 Ausstellern aus dem arabischen Raum wurden dort vorgestellt. Auch auf der Messe wurde deutlich, dass vor allem arabische Anleger in den Tourismus drängen. Ein Beispiel dafür ist die geplante luxuriöse Wohn- und Hotelanlage Marassi auf 6,25 Mio. qm nahe Alexandria und Al Alamein. In dieses Projekt investiert Emaar Misr, eine hundertprozentige Tochter der Immobiliengesellschaft Emaar Properties mit Sitz in Dubai, etwa 9,92 Mrd. ägypt.£, rund 1,1 Mrd. Euro. (S.A.)

Kontaktanschriften:

Ministry of Tourism
Cairo International Convention Center – Nasr Road -
Nasr City – Cairo, Ägypten
Tel.: 0020 2/261 17 32; Fax: -263 71 99
E-Mail: zgarranah@tourism.gov.eg

Egyptian Tourism Federation
8, El Sadd El-Aaly Street,
Dokki, 11312, Giza. Ägypten
Tel.: 0020 2/37 48 -33 13
E-Mail: info@etf.org.eg, etf@etf.org.eg Internet: www.eft.org.eg

Quelle: bfai – Von Stephanie Bratka


Japan erwartet Neubau- und Modernisierungswelle im Hotelsektor

17 Juli 2008

Quelle: bfai, 17. Juli 2008 – Von Jürgen Maurer

Präsenz ausländischer Investoren nimmt zu / Tourismusgeschäft wächst stark

Ausländische Hotelketten bringen neue Dynamik in den japanischen Beherbergungsmarkt. Mit reinen Luxusherbergen haben sich Gruppen, wie InterContinental, Hilton und Konsorten, einen kaum besetzten Nischenmarkt erobert. Spätestens mit dem Aufkauf von ANA-Hotels und der Ankündigung weiterer Investitionen in Japans Hotelbereich sehen die japanischen Hotelgruppen ernsthafte Konkurrenz erwachsen. Sie reagieren mit Modernisierung und Neubau, was dem Hotelsektor in den nächsten Jahren neue Dynamik geben wird.

In Japans Hotelmarkt gewinnen ausländische Betreiber immer mehr an Bedeutung. Zwischen 2000 und 2006 machten grenzüberschreitende Transaktionen, in denen ausländische Investoren sich in japanische Hotelketten einkauften, allein 20% der Zusammenschlüsse aus, so Zahlen der Thomson Financial. Beispielsweise verkaufte die Fluggesellschaft ANA eine Mehrheitsbeteiligung an ihren Hotels an die zusammen mit InterContinental Hotels Group (IHG) gegründete IHG ANA Hotels Group Japan.

Darüber hinaus haben verschiedene internationale Betreiber auch in den Neubau von Hotels investiert. Insbesondere der Bereich von Luxusherbergen wird von ihnen abgedeckt und dabei lag der Schwerpunkt auf Tokio, wo 2005 und 2007 jeweils zwei neue Luxushotels entstanden (Conrad, Mandarin Oriental, Ritz-Carlton und Peninsula). Aber auch an anderen Orten in Japan entstehen solche. Beispielsweise in Osaka (Ritz-Carlton), Fukuoka (Grand Hyatt) und Okinawa (InterContinental).

Auch in Hokkaido, wo mit Niseko ein neuer Skiresort immer mehr Ausländer anzieht, will beispielsweise West Paces Hotel Group eine neue Luxusherberge errichten. Baubeginn soll Anfang 2009 und Eröffnung Ende 2010 sein. Zwischen 20 Mrd. und 30 Mrd. Yen (rund 150 Mio. Euro; 1 Euro = 161,3 Yen im Jahresdurchschnitt 2007) an Kosten wird kalkuliert. In Niseko hat die Hilton-Gruppe Mitte 2008 ein Hotel, das sie von der japanischen Prince-Gruppe abgekauft hatte, nach umfangreicher Renovierung neu eröffnet.

Mit den bislang neun Häusern soll für Hilton nicht Schluss sein. Denn das US-amerikanische Unternehmen hat Anfang Juli Pläne verkündet, bis zum Jahr 2017 mindestens 50 weitere Hotels unter neun verschiedenen Markennamen zu etablieren. Dabei setzt Hilton auf die Strategie, Hotels in Geschäftskomplexen einzurichten sowie bestehende Hotels zu übernehmen. Ausländische Geschäftsleute und auch betuchtere Touristen sollen in deren Häusern übernachten.

Damit geht die Hilton-Gruppe zum Angriff auf die InterContinental-Gruppe über, die mit mittlerweile 42 Häusern die größte ausländische Hotelkette in Japan ist. Und sie tritt gleichzeitig auch stärker in Wettbewerb mit japanischen Unternehmen, wie den Prince Hotels, Hotel Okura, Hotel New Otani und anderen. Diese verspüren wachsenden Druck und setzen auf Modernisierung sowie auf Kooperation.

So haben Hotel Okura und Royal Hotel Mitte 2008 eine Geschäftsallianz vereinbart. Eine Reihe von Hotels ist bereits renoviert oder im Prozess der Renovierung, wie beispielsweise das Nikko Tokyo, das bis 2010 seine mehr als 400 Zimmer erneuert und dafür 1,4 Mrd. Yen investiert. Eines der Traditionshäuser, das Palace Hotel im Zentrum der Hauptstadt, wird sogar ganz abgerissen und soll 2011 in völlig neuem Gesicht (mit einem Hotel- und einem Büroturm) wieder eröffnen.

Für die verstärkten ausländischen Aktivitäten im Hotelsektor sind sowohl mehr Geschäftsleute als auch der Tourismus treibende Kräfte. Die gute konjunkturelle Entwicklung der letzten Jahre hat mehr ausländische Unternehmensvertreter nach Japan gebracht, die meist auf internationale Ketten vertrauen. Außerdem sind die Immobilienpreise auf ein attraktives Einstiegsniveau gesunken.

Für Touristen hat Japan an Attraktivität gewonnen. Im Jahr 2007 besuchten mehr als 8,3 Mio. Reisende Japan. Insbesondere die für Südkoreaner und Taiwaner eingeführte Visafreiheit hat den Tourismus deutlich belebt. Zudem kommen immer mehr Reisegruppen aus der VR China und bringen gute Geschäfte. Über die Hälfte der Touristen stattet Tokio einen Besuch ab, so Angaben der Japan National Tourist Organization. Die Regierung hat zum Ziel gesetzt, die Zahl der ausländischen Touristen bis 2010 auf 10 Mio. Reisende und bis 2020 auf 20 Mio. Reisende zu erhöhen.

Japan wird in den nächsten Jahren einen Bau- und Modernisierungsboom bei Hotels erleben. Allein für den Zeitraum zwischen 2008 und 2012 sind Pläne zur Errichtung von 204 neuen Hotels bekannt. Mit einem zeitlich nicht spezifizierten Horizont sind über 2012 hinaus weitere 111 solcher Übernachtungseinrichtungen angekündigt, so Zahlen des japanischen Fachblattes „Hoteres“.

Mittelfristig bis 2012 werden die meisten Neubauten mit 80 beziehungsweise 87 Einrichtungen in den Jahren 2008 und 2009 entstehen. Schwerpunkte sind dabei die Region Kyushu mit 35, Kinki mit 20, Kanto mit 18 und Tokio mit 15 Hotels. Insgesamt sollen zwischen 2008 und 2012 knapp 30.000 Zimmer neu entstehen, davon mehr als 9.700 im Jahr 2008 und circa 13.400 im Jahr 2009.

Nur wenige große Hotels werden neu gebaut, die meisten davon sicherlich in Tokio und in der Region Kinki. In der Region um Osaka und Kyoto sollen zum gegenwärtigen Bestand rund 4.700 Zimmer hinzukommen, in Tokio etwa 4.400 Zimmer und in Kyushu annähernd 4.500 Zimmer zusätzlich entstehen. Nach Größe sollen 43 Hotels von 200 bis zu 300 Räume, 85 Einrichtungen zwischen 101 und 200 Zimmer und etwa 40 Hotels eine Zimmerzahl darunter erhalten.

Eine Vielzahl der neuen Hotels wird in die Kategorie der einfachen Business- und Touristenherbergen fallen. Aber zumindest bei den internationalen Adressen und auch einigen der japanischen Modernisierungsprojekte wird auf höherwertige Ausstattung gesetzt. Daher bieten sich deutschen Anbietern von Innenausstattung, Tischkultur, Großkücheneinrichtung etc. in den nächsten Jahren Absatzchancen für ihre Produkte.

Abgesehen von den erwarteten Neubauten existierten in Japan nach letztverfügbaren Zahlen Ende 2006 insgesamt 9.165 Quartiere (von Luxus- bis zu einfachen Stadt- und Kapselhotels, aber ohne japanische Gästehäuser) und circa 721.100 Zimmer. Das waren 2.000 Hotels und 164.000 Zimmer mehr als 1996, so Zahlen des Ministry of Health, Labour and Welfare.


Zahlen & Fakten zu den klassifizierten Luxushotels kompakt in einem Buch

17 Juli 2008

Quelle: Top hotel, 17. Juli 2008

Fach-Illustrierte „Top hotel“ veröffentlicht „Luxushotelmarkt Deutschland 2008″

Das neue 184 Seite starke Kompendium aus dem Freizeit-Verlag Landsberg präsentiert die 144 Dehoga-klassifizierten Fünf-Sterne-Domizile in Deutschland. Jedem Hotel ist eine Buchseite gewidmet, die neben den üblichen Basisdaten wie Adresse, Ausstattung und Mitarbeiter unter anderem auch Angaben zum Immobilieneigentümer, Auslastung, Umsatz, Investitionsvorhaben und Reservierungssystem umfasst. Illustriert ist jeder Eintrag mit drei Bildern des Hotels, dem Porträt des Direktors bzw. Inhabers und dem Hotellogo.

„Fundierte Marktdaten, akribisch recherchiert und ansprechend präsentiert – das ist unsere Stärke“, kommentiert der stellvertretende Verlagsleiter Thomas Karsch das jüngste Produkt, das Top hotel-Abonnenten kostenlos mit der Ausgabe Juli-August zugeschickt bekommen. Nicht-Abonnenten erhalten das Datenwerk zu einem Preis von 50 Euro im Freizeit-Verlag Landsberg, Fax +49 (8191) 947 1666, redaktion <at> tophotel <dot> de.

„Top hotel“ ist Deutschlands renommierte Fachzeitschrift für das Hotelmanagement. Das Magazin erscheint zehn Mal pro Jahr im Freizeit-Verlag Landsberg, ein Beteiligungsunternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB). Die verbreitete Auflage beträgt rund 20.000 Exemplare. Im Verbund mit dem VHB-Tochterunternehmen Lebensmittel Praxis Verlag (LPV) erscheinen u.a. auch “ Küche“, „Catering Inside“, „Convenience Shop“ und „Lebensmittel Praxis“.

Weitere Informationen:
http://www.tophotel.de
http://www.lebensmittelpraxis.de